Kalkschulter/Tendinosiscalcarea/Tendinitis calcarea

Aus bisher letztlich unbekannter Ursache (angenommen werden Minderdurchblutungen der ohnehin schlecht durchbluteten Sehne) kommt es bei diesem Krankheitsbild zu Kalkeinlagerungen in die Sehnen der Rotatorenmanschette, v.a. in die Supraspinatussehne.

kalkschulter01Die Erkrankung hat meist einen stadienhaften Verlauf

1. Zellumwandlung (wenig Beschwerden)
2. Verkalkung (sichtbar im Röntgen/Ultraschall) mit Einengung (Non-Outlet) und den daraus entstehenden Folgen
3. Resorption/Auflösung, meist sehr schmerzhaft mit begleitender Schleimbeutelentzündung
4. Reparatur der vorgeschädigten Sehne

Nicht jede Kalkschulter-Erkrankung durchläuft diesen Zyklus vollständig und kann in den verschiedenen Stadien verharren.

Diagnose

Die Diagnose der Kalkschulter erfolgt durch Erhebung der Krankengeschichte, eine genaue körperliche Untersuchung, Röntgendiagnostik, Ultraschall und ggf. Kernspintomografie (selten erforderlich).

Therapie

Die Therapie der Kalkschulter ist abhängig von der Dauer sowie der Ausprägung der Beschwerden. Diese können von eher unspezifisch mit mäßiger Einschränkung der Beweglichkeit, Nacht- und Bewegungsschmerzen bis hin zu massiven Schmerzen mit Pseudolähmung der Schulter reichen.

Konservative Therapie

ACP: Im Gegensatz zur Spritze mit Cortison und Betäubungsmittel hat diese Spritze nicht nur einen entzündungshemmenden/schmerzstillenden Charakter, sondern kann auch kleinere Teileinrisse an Sehnen durch das direkte Anbringen von hochkonzentrierten Wachstumsfaktoren/Entzündungshemmern heilen. Diese werden durch ein spezielles Verfahren aus ihrem eigenen Blut gewonnen (orthoillustrated). Diese Spritzen können auch beim Diabetiker eingesetzt werden.

Entzündungshemmende/schmerzlindernde Medikamente:
Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol, Novalgin…

Subacromiale Infiltration:
Setzen einer Spritze mit einem stark entzündungshemmenden Medikament (Cortison) und einem Betäubungsmittel in den Schleimbeutel bzw. unter das Schulterdach

Stoßwellentherapie - Diese Therapie hat sich in den letzten Jahren gerade bei diesem Krankheitsbild als sehr schonende und häufig erfolgreiche Therapiemethode erwiesen. Leider werden die Kosten häufig nicht von Ihrer Krankenkasse übernommen.

Tiefenkryotherapie - im hoch akuten, schmerzhaften Stadium

Krankengymnastik: Hier kann durch gezieltes Training verschiedener Muskelgruppen das Bewegungsspiel der Schulter wieder verbessert werden. Zudem werden spezielle Dehnübungen der Weichteile (Gelenkkapsel, Bänder, Muskulatur) durchgeführt. Durch diese Maßnahmen kann der Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf verbreitert werden.

Operative Therapie

Bei ausbleibendem Therapieerfolg müssen in sehr seltenen Fällen operative Maßnahmen erfolgen. Hier wird zunächst wie beim Impingementsyndrom arthroskopisch/minimalinvasiv der Raum unter dem Schulterdach erweitert und der Schleimbeutel entfernt. Schließlich wird das Kalkdepot mit einer Nadel aufgesucht und entlastet. In seltenen Fällen ist bei großen Kalkablagerungen auch eine offene (mini-open) Entfernung mit nachfolgender Naht der Rotatorenmanschette erforderlich. orthoIllustrated