Impingement-(Engpass-)Syndrom

Das Impingement-(Engpass-)Syndrom ist eine Einengung des Raums unter dem Schulterdach und führt zu Schmerzen und Entzündungen des Schleimbeutels und/oder der Rotatorenmanschette.
Beim echten (Outlet-)Impingementsyndrom wird diese Enge vornehmlich durch
Knochenanbauten am vorderen Schulterdach,
Verkalkungen von Bändern,
bestimmte angeborene Fehlformen des Schulterdachs,
Arthrosen des Schultereckgelenkes oder
prominenten Warzenfortsätzen des Oberarmkopfes hervorgerufen.
Allerdings kann der Raum auch durch Schwellungen des Schleimbeutels, Kalkeinlagerungen und Fehlbelastungen verengt sein.

Länger fortbestehende Einengungen können im weiteren Verlauf zu Einrissen der Rotatorenmanschette und zu schmerzhaften Veränderungen der langen Bizepssehne führen.

Diagnose

Die Diagnose des Impingementsyndroms erfolgt durch Erhebung der Krankengeschichte, eine genaue körperliche Untersuchung, Röntgendiagnostik, Ultraschall und ggf. Kernspintomografie.
In Ausnahmen sind spezielle Laboruntersuchungen notwendig.

Therapie

Je nach Ausprägung und Dauer der Beschwerden sowie der erhobenen Befunde wird mit Ihnen die weitere Therapie geplant.
Zunächst wird stets ein konservativer, nicht operativer Therapieversuch unternommen, der in sehr vielen Fällen erfolgreich ist.

Konservative Therapie

Entzündungshemmende/schmerzlindernde Medikamente:
Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol, Novalgin…

Subacromiale Infiltration:
Setzen einer Spritze mit einem stark entzündungshemmenden Medikament (Cortison) und einem Betäubungsmittel in den Schleimbeutel bzw. unter das Schulterdach

Durch die Krankengymnastik kann durch gezieltes Training verschiedener Muskelgruppen das Bewegungsspiel der Schulter wieder verbessert werden. Zudem werden spezielle Dehnübungen der Weichteile (Gelenkkapsel, Bänder, Muskulatur) durchgeführt.
Durch diese Maßnahmen kann der Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf verbreitert werden.

Als weitere Möglichkeit gibt es die Tiefenkryotherapie bzw. Stoßwellentherapie.

Operative Therapie

Sollten die konservativen Maßnahmen zu keiner Beschwerdebesserung führen bzw. ist der Befund stark ausgeprägt kann eine wenig belastende Operation durchgeführt werden.

Die reine Erweiterung des Raumes mit Entfernung des Knochensporns, des Schleimbeutels und evtl. anderer krankhaft veränderter Strukturen (z.B. Glättung der Rotatorenmanschette oder Abtragung entzündeter Gelenkinnenhaut) erfolgt rein arthroskopisch (Schlüsselloch-OP/minimalinvasiv orthoIllustrated).

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