Ausrenkungen/Luxation/Instabilität der Schulter

Eine Ausrenkung der Schulter kann entweder durch einen Unfall oder eine angeborene Schwäche der Schulterkapsel und –bänder resultieren.

Therapie

Bei der häufigsten vorderen Luxation kommt es beim jüngeren Patienten zu einem Abriss der vorderen Gelenklippe (Labrum) sowie der anhängenden Gelenkkapsel und einiger Bänder, teilweise kommt es auch zu Abbrüchen der vorderen Gelenkfläche (knöcherne Bankart-Läsion).
Mit zunehmendem Alter treten häufig auch Abrisse der Rotatorenmanschette auf.
Zudem kommt es meist zu einem Einbruch des Oberarmkopfes (Hill-Sachs-Delle).

Bei jungen Patienten sollte eine konservative Nachbehandlung nach stattgehabter Schulterluxation nur in Ausnahmefällen erfolgen, da die verletzten Schulterstrukturen häufig nicht stabil ausheilen und die Rate an erneuten Schulterausrenkungen sehr hoch ist.
Folge sind chronisch instabile Schultergelenke mit frühzeitiger Entstehung einer Schulterarthrose.

Bei älteren Patienten ist die konservative Behandlung nach Ausschluss begleitender Sehnenverletzungen (Rotatorenmanschette, Bizepssehne) im MRT eine sichere Therapieoption.
Es erfolgt eine kurze, zumeist einwöchige Ruhigstellung im Gilchristverband unter entsprechender Schmerzmedikation. Anschließend werden krankengymnastische Übungen zur Rezentrierung des Schultergelenks sowie Kräftigungsübungen durchgeführt.
Erneute Spontanverrenkungen nach konservativer Behandlung sind selten und bedürfen auch dann häufig keiner operativen Versorgung.

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Schematische Darstellung einer arthroskopischen Stabilisierungs-Operation