Meniskusverletzungen

Die Zwischenräume des Kniegelenks werden durch den Innen- bzw. Außenmeniskus abgefedert. Gleichzeitig dienen die Menisken zur Stabilisierung, wobei besonders das sog. Meniskus-Hinterhorn hoch beansprucht wird.

Meniskusverletzungen (Risse und Anrisse) werden verursacht
durch Verschleißerscheinungen, die aufgrund mangelnder oder fehlender Durchblutung und Versorgung des Gewebes nicht mehr abheilen/regenerieren,
durch übermäßige Verdrehung z.B. bei Unfällen, die zum Zerreißen des Meniskusgewebes führen.

Diagnose

Die Diagnose der Meniskusverletzung erfolgt durch Erhebung der Krankengeschichte, eine genaue körperliche Untersuchung mit speziellen Meniskus-Tests, Röntgendiagnostik, Ultraschall und meist Kernspintomografie .

Therapie

Bei der Behandlung der Meniskusverletzungen ist das oberste Ziel, den Meniskus soweit möglich zu erhalten, um einem erhöhten Verschleiß des Gelenks vorzubeugen.

Operative Therapie

1. Minimalinvasive Meniskusnaht

Wenn das Meniskusgewebe noch ausreichend durchblutet, nicht gequetscht oder extrem degeneriert ist, wird der Riss arthroskopisch über Nähte oder kleinste, aus einem speziellen Kunststoff (PEEK) bestehende Anker geschlossen und der Meniskus so vollständig erhalten.
Nachteil der Methode ist eine aufwändigere Nachbehandlung und längere Belastungs- bzw. Sporteinschränkung:
nur Teilbelastung und nur Teilbeugung und -streckung für 4-6 Wochen;
keine sog. "Knie-Sportarten" für weitere 2-3 Monate (Fußball, Handball, Leichtathletik, Squash, Tennis, Skifahren etc.).

2. Meniskusteilentfernung

Sollte sich herausstellen, dass das Gewebe keine Chance hat, wieder anzuheilen, muss der degenerierte Teil des Meniskus entfernt werden. Der "Restmeniskus“ wird belassen und geglättet. Vorteil der Methode ist, dass die Nachbehandlung relativ problemlos verlaufen wird.
Bereits nach wenigen Tagen ist Belastung und Krankengymnastik erlaubt.
Nach ca. 2-3 Wochen werden Sie kaum mehr Einschränkungen verspüren.
Die muskuläre Erholung wird allerdings erst nach Monaten vollständig sein. Nachteil der Methode ist, dass die Belastung des Knorpels, auf dem der Meniskus sitzt, durch die Teilentfernung beträchtlich ansteigt.
Der Wert verdoppelt sich z.B. bei einer Totalentfernung. Somit besteht ein sehr viel höheres Verschleißrisiko (insbesondere bei zusätzlicher erblicher Vorbelastung), das nur durch Verringerung oder besser durch Vermeidung von Maximalbelastungen reduziert werden kann (keine „Knie-Sportarten“, kein Übergewicht!).

Meniskustransplantation

Die derzeit noch in der Erprobung befindliche Meniskustransplantation kann erst in den nächsten Jahren zu einer brauchbaren Therapieform entwickelt werden. Im Augenblick fehlen Beweise, dass die Techniken dauerhaft - auch im Sport - zu funktionsfähigem Meniskusersatzgewebe führen und damit ein Arthroserisiko ausschließen kann.

(orthoIllustrated)